Video: Gutes Land für fairen Rooibos.

31 Mai 2016 | News

Über unsere Kampagne für Heiveld haben wir nun schon zwei Mal berichtet. Damit die Menschen der Heiveld Kooperative nicht nur in Text und Foto vertreten sind, gibt es hier ein kurzes Video!

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Projektreise Mexiko

30 April 2016 | Instituto Intercultural Ñöñho, Mexiko, News

Reisende

Lemonaid GmbH Mitarbeiter: Gianna Main, Sebastian Koch, Michael Wagner, Simon Luyken, Thomas Krämer, Daniel Steiner, Paul Bestebreurtje
Dokumentarfilmerin: Claire Roggan
Projektleiterin: Agnes Leder, Lemonaid & ChariTea e.V.

Lehrerin: Cläre Bordes, Stadtteilschule Stellingen Hamburg

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Samstag, 20. Februar 2016

Abflug mit British Airways über London. 13 Stunden über dem Atlantik. Von 8 Grad auf 28 Grad. Das Taxi bringt mich für 360 Pesos in 45 Minuten zum Hostel Stayinn Barefoot im Stadtteil Condesa. Die Lemonaider Agnes, Gianna, Tom, Daniel, Paul aus Amsterdam sowie Sebastian und Simon, unsere Fahrer, sind bereits seit einem Tag in Mexiko. Mit vom Team Claire, eine engagierte und besonnene Dokumentarfilmerin. Sie haben mit der 18 Millionen Metropole Kontakt aufgenommen und das beeindruckende Frida Kahlo Museum besucht. Michael aus München kommt einen Tag später, allerdings ohne Koffer, der ist in München geblieben. So darf er auf Kosten der Fluggesellschaft „Iberia“ für 500 € Powershoppen, was ihm allerdings nicht gelingt. Kauft ein umweltbewusster junger Mensch Sachen, die er eigentlich nicht braucht?

Wir schlafen für 15 € pro Nacht in einem Mixed Schlafraum des viergeschossigen gemütlichen Hostels. In der Dachbar wird getanzt und gelacht. Um 2 Uhr ist der Lärm vorbei. In einer kleinen Küche bereitet morgens eine Mexikanerin leckeres Frühstück zu. Frisches Obst, Rühreier, Speck, Bohnen, Tomaten und Orangensaft verwöhnen uns. Familien, Einzelreisende, Gruppen, ein bunter Mix. Fröhliche Stimmung.

Sonntag, 21. Februar 2016 

Wir bummeln über Straßenmärkte langsam ins Zentrum zur Kathedrale. Es ist heiß. Die Stadt schläft. Irgendwann nehmen wir zwei Taxis und lassen uns ins Zentrum fahren. Vor wenigen Wochen hat auf dem Platz vor der Kathedrale der Papst zu Millionen Gläubigen gesprochen. 90 Prozent der Mexikaner sind Katholiken, haben sich jedoch Traditionen ihre indigenen Vergangenheit bewahrt. In unserem Taxi baumeln mehrere Ausgaben der Mutter Maria, die Ablage unter der Frontscheibe gleicht einem Altar.

Abends gehen wir mit Isaac, der die medizinische Klinik seiner Eltern leitet, in ein landestypisches Restaurant. Isaac beherbergt Simon, Daniel und Sebastian für drei Nächte. Sie kennen sich von Isaacs Studium in Deutschland. Auf seiner Terrasse genießen wir den Nachmittag im Schatten bei kühlen Getränken. Eine Erholung von der turbulenten Stadt.

Am Nachmittag holen Sebastian und Simon zwei VW Vento von der Autovermietung am Flughafen ab.

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Montag, 22. Februar 2016

Am frühen Montagmorgen verstauen wir unser Gepäck. Wir starten zum „Instituto Intercultural Ñöñho“ in San Ildefonso im Bundesstaat Querétaro. Schulleiter Alberto erwartet uns.
Zunächst steuern wir ein falsches San Ildefonso an. Es geht über Schotterstraßen und durch ein trockenes Flussbett. “Das kann nicht richtig sein.” Google Route wird erneut befragt und zeigt uns ein weiteres. Umkehren, wieder auf die Autobahn, Agnes hat Alberto am Telefon. Er erwartet uns an einer Tankstelle und führt uns ins Instituto. Die Schülerinnen und Schüler haben für uns gekocht. Wir sitzen in bunter Runde unter einer gespannten Persenning und genießen Hähnchen aus der Kooperative mit scharfen Bohnen und Reis. Köstlich!

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Die Sonne brennt. Dann geht es in einen Klassenraum. Mit PowerPoint stellt uns zunächst Alberto die Schule und die Projekte der Kooperative vor. Wir sind beeindruckt.
Dann sind wir dran.
Agnes hat eine Präsentation über Lemonaid vorbereitet. In perfektem Spanisch. Wir stellen gemeinsam das Rucksackprojekt vor und überreichen 10 Rücksäcke mit Informationen über das Projekt und unsere Schule. (Mehr zu diesem Projekt findet man hier.)

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Wir fahren ein kurzes Stück zur Agrarplantage.
Die Schülerinnen und Schüler und einige Lehrer führen uns open air nach Sonnenuntergang ein selbst inszeniertes Theatherstück über eine Frau aus einem Nachbarort auf. Dieser Frau wurde zu Unrecht vorgeworfen, sie hätte sechs Polizisten entführt. Dafür saß sie mehrere Jahre im Gefängnis. Die erste, der die Schüler dieses Dokumentarspiel vorführten, war die Beschuldigte.
Ein Lehrstück zum Thema Diskriminierung der indigenen Bevölkerung. Nach tosendem Applaus versammeln wir uns am Lagerfeuer, Eltern der Schule hatten in Maisblätter eingewickelte und gegrillte Maisköstlichkeiten zubereitet.

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Geräuchert und müde erreichten wir unser Hotel in Almeaco. Wow, Doppelzimmer mit jeweils zwei großen Betten. Ein altes Hotel im spanischen Kolonialstil. Nach dem anstrengenden Tag schlafen wir tief.

Dienstag, 23. Februar 2016

Mexikanisches Frühstück verwöhnt uns im Hotel, Tortillas, Rühreier und Bohnen sowie frisches leckeres Obst dürfen nicht fehlen.
Dann geht es zur Kooperative zu der die Schule gehört. Unser Rundgang startet in der Fabrikhalle der Kooperative, in der Fliesen zugeschnitten werden.

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Mario Monroy, Gründer der Kooperative, und Alberto Gondínez, Schulleiter des Instituts, setzen sich für ökologische Landwirtschaft der Kooperative und für die indigene Bevölkerung ein. Durch diese Lohnarbeit finanziert sich die Kooperative mit. Vor zwei Jahren stand dieser Zweig vor dem Aus, jetzt werden wieder schwarze Zahlen geschrieben. Der faire Lohn eines Arbeiters beträgt ca. 10 € pro Tag.
Der durchschnittliche Lohn für einen ungelernten Arbeiter liegt in Mexiko bei ca. 4 € pro Tag. Für europäische Verhältnisse unvorstellbar.
In einem Stall treffen wir glückliche, freilaufende Hühner. Tom sammelt ein noch warmes Ei ein und legt es behutsam in einen Korb. Sowohl mit den Eiern als auch mit den Hühnern erwirtschaftet die Kooperative Einnahmen.

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Die Farm ist auf dem Weg zu einer Demeterfarm, da sie ihre Abfälle verwendet und biodynamisch anbaut. In Planung ist eine Zucht von Shitake Pilzen, die auch in Mexiko immer beliebter werden.
Nach dem Besuch der Kooperative mit Hühnerzucht, Käserei, Plantagen und Biogasanlage machen wir uns ins Outback auf zu einer indigenen Familie, die ohne Strom und Wasserversorgung in einem Steinhaus lebt. Gekocht wird auf offenem Feuer. Der Indio zeigt uns, wie er Sparschweine aus Ton fertigt. Seine beiden Söhne schauen zu. Der älteste gestaltet ebenfalls aus Ton in einer Form kleine Figuren. Die Indiofrau bietet uns bestickte Kissen und Schals zum Kauf an.

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Dann geht es weiter zu einem Köhler, dessen Familie seit Hunderten von Jahren auf diesem Fleck Erde vom Holzkohleverkauf lebt. Sie pflegen den Wald und pflanzen Pinien an. Mit der kargen Landwirtschaft und dem Köhlerhandwerk ernährt er seine Familie mit 13 Kindern. Er ist stolz, dass sie zur Schule gehen können. Die Regierung würde ihn am liebsten von seinem Land vertreiben, die Kooperative unterstützt sein Bemühen um den Wald und sein angestammtes Land.DSC00597

Claire und Agnes sind zum Institut gefahren und haben in der Zwischenzeit Gründer, Lehrerinnen, Lehrer und Schülerinnen und Schüler interviewt.
Gianna stellt zwei Mädchen die Fragen der 9c. Die mexikanischen Schülerinnen würden sich sehr freuen, die 24 Schülerinnen und Schüler der 9c in ihre Familien aufzunehmen und ihnen ihre Kultur und Sprache zu zeigen.

¿Cuentennos un poco sobre su cultura?
¿Porque el nombre del instituto es Ñöñho, tiene algo que ver con su cultura? ¿Cual es su plan de estudios?
¿Cuales la importancia de las universidades interculturales?
¿Cual es la misión del instituto intercultural Ñöñho?
¿Porque el logo de su instituto representa un águila?

Ich bekomme einen Umschlag mit vielen Briefen für die Hamburger Schülerinnen und Schüler. Die Hoffnung, dass Hamburger Schülerinnen und Schüler eines Tages das „Instituto Intercultural Ñöñho“ besuchen werden und ein Austausch mit Mexiko startet, scheint mir realistisch.

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Zum Essen kehren wir im Haus von Dona Macedonia Blas Flores, die 2005 für den Friedensnobelpreis nominiert wurde, ein.
Sie setzt sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung und besonders für die der Frauen ein. In der Schule hält sie des öfteren Vorträge.

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Mittwoch, 24.Februar 2016

Am nächsten Morgen werden die Autos gepackt. Über die 2000m hoch gelegene einzigartige Stadt Guanajuato (Weltkulturerbe) geht es weiter nach Cuquio. Diese Stadt mit ihren bunten Häusern verzaubert uns. Noch ist die Stadt nicht stark von Touristen bevölkert. Wir können uns das Treiben im Sommer jedoch gut vorstellen. Wir rasten in einem kleinen Restaurant im Schatten und lassen uns verwöhnen.
Kurzfristig verlieren unsere beiden Autos den Kontakt, als wir aus dieser bunten Stadt aufbrechen.

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In Cuquio treffen wir uns wieder.
Im Hotel Mesón del Agave finden wir Quartier. Manuel Cruz, Genosse und die Seele der Fairtrade Bauern-Kooperative „Nekutli“, hat es für uns organisiert. Seit Jahren bezieht die Lemonaid GmbH biologischen und fair gehandelten Agavendicksaft von „Nekutli“, der bei den ChariTea-Eistees verwendet wird.
Manuel wartet bereits auf dem Marktplatz auf uns. Buntes Treiben und ausgelassene Stimmung der Bevölkerung lassen uns die staubige und holperige Fahrt durch das Outback Mexikos schnell vergessen. In einer Straßenküche lassen wir uns mit Hot Dogs und Sandwiches auf mexikanische Art verwöhnen.

Donnerstag, 25. Februar 2016
Manuel holt uns zum Frühstück in ein kleines Straßen Restaurant ab. Drei Frauen erfüllen uns jeden Wunsch: Frische Früchte, Tortillas (mexikanisches Fladenbrot), Rührei mit allerlei Köstlichkeiten. Nur der Kaffe entspricht nicht so ganz unseren Vorstellungen.
Auf der Ladefläche eines Pickups geht es in die Fabrikhallen zum Bio Exporteur Nekutli.

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Wir werden durch den Betrieb geführt, besuchen eine Limonenplantage, kosten köstliche Orangen und Pampelmusen und fällen eine Agave.
Manuel und Victor, ein Farmer und Genosse, bereiten für uns ein Barbecue auf der Plantage. Michael stellt Guacamole aus reifen Avocados und Tomaten zusammen. Köstlich. Gegrillte Kakteenblätter, Lauchzwiebeln und andere Köstlichkeiten rösten auf dem Grill.

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„Habt ihr Lust auf ein Bad im Fluss?“ Na klar. Im firmeneigenen Bus werden wir zu einem Quellfluss gefahren, in dem wir uns erfrischen können.
Claire und Agnes interviewen dort Manuel. Die Zukunft der Gesellschaft stimmt ihn nachdenklich und traurig.

Manuel wird uns am kommenden Tag nicht begleiten können. Sein Rat wird in Guadalajara gebraucht. Wir treffen uns mit ihm dort am nächsten Abend in einem Restaurant.

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Freitag, 26. Februar 2016

Wir werden von einem Genossen von „Nekutli“ im Hotel abgeholt. Es ist vereinbart, dass wir die Produktion von Agavendicksaft sehen sollen. Mit Mundschutz und Kopfbedeckung ausgerüstet, geht es los.

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Wir werden in eine Halle geführt, in der drei Mitarbeiter Agavendicksaft mit Erdbeergeschmack in Flaschen füllen. Die Hallen und Maschinen sind nicht immer in Gebrauch, da je nach Bedarf produziert wird.
Mittags geht es durch eine wunderbare, weite Landschaft mit vielen Schluchten von 2800m hinab auf 1590m nach Guadalajara, Perla del Occidente, der Perle des Westens. Der Lonely Planet hat uns ein kleines Hotel empfohlen, das wir Dank Google Routenplaner schnell finden.

In einer Bar, in der ein Tenor Opernarien zum Besten gibt, tauchen wir in den Abend ein. Wir sind guter Laune, die Besuche der Kooperative liegen hinter uns. Morgen geht es zurück nach Mexiko City.
Wir treffen Manuel erneut. Ein ganz besonderes Treffen.

Er freut sich über unser Interesse und schreibt in das Notizbuch von Agnes nicht nur die Geschichte von „Nekutli“, sondern erklärt uns auch Weltpolitik, gesellschaftliche Besonderheiten und wirtschaftliche Zusammenhänge Mexikos.

Durch Manuel Cruz lernte Lemonaider Jakob die Bildungseinrichtung „Instituto Intercultural Ñöñho“ und deren Macher kennen.
Seitdem wird das Institut aktiv vom Lemonaid & ChariTea e.V. unterstützt, um den Fortbestand dieser indigenen Bildungseinrichtung zu sichern.

Samstag, 27. Februar 2016

Bevor es über die Autobahn zurück nach Mexiko City geht, besuchen wir den angesagten Künstlerort Tlaquepaque. Agnes und Gianna finden bunte gewebte Stoffe, mit denen Caps für den Verein Lemonaid & ChariTea gestaltet werden sollen. Touristengeschäfte mit farbenfrohen Textilien und Figuren wechseln sich mit Märkten ab.

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Bisher hat uns die Sonne verwöhnt. Regen begleitet uns nach Mexiko City. Leider können wir bei Isaac nicht wohnen. Er ist krank. Wir klappern mehrere Hostels ab. Alle ausgebucht. So finden wir Quartier in einem Hotel. Wir feiern in Simons 31. Geburtstag hinein. Michi hat derweil Kontakt zum buddhistischen Zentrum aufgenommen.
Dort wollen wir die nächste Nacht verbringen.

Sonntag, 28. Februar 2016

Früh morgens fahren Claire, Gianna und Tom zum Flughafen. Sie haben einen Flug an den Pazifik gebucht, eine Woche Strand und Meer. Cynthia Karina empfängt uns im buddhistischen Zentrum. Wir werden herzlich aufgenommen, dürfen in der Gompa, dem Meditationsraum, schlafen.

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Basti und Simon geben zusammen mit Daniel die Autos am Flughafen ab. Wir anderen machen uns auf den Weg zum Anthropologischen Museum, das in 23 Ausstellungshallen die indianischen Kulturen und Epochen Mexikos präsentiert.
Abends laden wir Cynthia in ein mexikanisches Restaurant ein. Straßenmusiker begleiten unser Festmahl, wir fühlen uns wohl und sind dankbar.

Montag, 29. Februar 2016

Sebastian, Simon, Daniel, Michael und Paul fahren mit dem Auto von Isaac zu den Monarchfaltern, die zu Millionen in der Nähe von Mexiko überwintern. Ein einzigartiges Schauspiel.
Agnes und ich begeben uns auf einen Fotorundgang durch das Viertel, genießen die Sonnenstrahlen und die Straßenmärkte und frühstücken in einer kleinen Bar.

Am frühen Nachmittag geht es mit dem Taxi zum Flughafen.
Cynthia hat es gerufen und den Fahrpreis verhandelt. So zahlen wir den halben Touristenpreis von 150 Peso.
Ich fliege mit British Airways über London nach Hamburg, Agnes mit KLM über Amsterdam.

Dienstag, 1. März 2016

21 Uhr Ankunft in Hamburg.

Zehn unvergessene Tage liegen hinter uns.
2000 Fotos, mehrere Filmsequenzen und viele Erinnerungen lassen diese Projektreise in mexikanische Kooperativen und zu besonderen Menschen nachklingen.

Ein großes Dankeschön an Agnes Leder, Projektleiterin, Lemonaid & ChariTea e.V., die diese Reise organisierte und an unsere Fahrer Sebastian und Simon, die uns sicher durch das mexikanische Outback kutschierten.

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Text + Fotos 

Cläre Bordes
Stadtteilschule Stellingen, Hamburg 17. März 2016

www.plastikwargestern.de

www.stadtteilschule-stellingen.de

www.claireroggan.de

Filmdokumentationen über die Projektreisen von Lemonaid nach Sri Lanka, Südafrika und demnächst Mexiko.

Besuch von Heiveld in Hamburg

29 Februar 2016 | News

Foto: Florian Struve

Rechts: René Marinus. Links: Pieter Koopman. Foto: Florian Struve

Heiveld Export Managerin René Marinus und Vorstandsmitglied Pieter Koopman sind derzeit auf Vortragsrundreise in Deutschland unterwegs. Am Dienstag den 16.2. waren die beiden auch im hohen Norden in Hamburg zu Gast. Bei einem gemeinsamen Mittagessen und einer Führung durch die Zentrale von Lemonaid & ChariTea blieb genügend Raum für Austausch über die Kampagne und gemeinsame Pläne.

Am Abend lud der Weltladen Ottensen zu der Vortragsveranstaltung „Gutes Land für fairen Rooibos“ ein. Dem Ruf folgten zahlreiche Interessierte, der Veranstaltungsraum war rappelvoll. René und Pieter erzählten auf lebendige Art und Weise über die Entstehung von Heiveld, nachhaltigen Rooibos-Anbau sowie über die Herausforderung Landkauf in Südafrika und das konkrete Vorhaben des Erwerbs der 2.549 ha großen Blomfontein-Farm. Es wurde im Anschluss rege diskutiert. Auch das Geschmackserlebnis kam nicht zu kurz: es wurde das kalte Rooibos Erfrischungsgetränk ChariTea Red sowie heißer Rooibostee von dwp ausgeschenkt.

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René und Pieter machten uns einmal mehr klar, dass der zusätzliche Kauf von Landfläche unumgänglich ist, wenn die vor allem jungen Mitglieder der Heiveldkooperative in der Region gehalten werden sollen. Es wurde auch deutlich, dass Rassendiskriminierung noch immer ein großes Problem in Südafrika ist und der einzige Weg diesem zu begegnen nicht Hass, sondern positive Beispiele wie die Heiveld-Kooperative sind. Nun ist es wichtig, dass die Unterstützung vieler Einzelpersonen den Kauf der Blomfontein-Farm möglich macht und die Landkaufkampagne erfolgreich ist.

Am Ende durfte natürlich eine Stadtführung durch Hamburg inklusive einer Schifffahrt auf der Elbe nicht fehlen. Wir wünschen René und Pieter und der ganzen Heiveld-Kooperative viel Glück und Erfolg für die Zukunft!

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Da ist was im Rooibos…

29 Februar 2016 | News, Südafrika

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Zusammen mit anderen Akteuren des fairen Handels unterstützt Lemonaid & ChariTea e.V. die Landkaufkampagne „Gutes Land für Fairen Rooibos“. Die Kleinbauern-Kooperative Heiveld hat die einmalige Gelegenheit dringend benötigtes Land für Rooibosanbau zu erwerben. Das schafft Heiveld nicht alleine und ist auf die finanzielle Unterstützung vieler Einzelner angewiesen.

Rooibos-Tee schmeckt, ist bekömmlich und hat in Südafrika eine jahrhundertelange Tradition. Die Rotbuschpflanze wächst ausschließlich in den sandigen Bergregionen im Westen Südafrikas. Hier, im Suid Bokkeveld, arbeiten auch die Kleinbäuer*innen der Fairtrade und Naturland zertifizierten Heiveld-Kooperative. Die zur Apartheid als „coloureds“ diskriminierten Mitglieder konnten sich durch den Aufbau ihrer Kooperative aus der Isolation befreien und verkaufen ihren ausgezeichneten handverarbeiteten Rooibostee heute auf dem internationalen Markt.

Jedoch reicht das Land nicht aus um allen Mitgliedsfamilien ein ausreichendes Einkommen zu erbringen, viele verfügen nur über ein oder zwei Hektar. Der Zugang zu Land ist in Südafrika eine große Herausforderung und wird noch immer durch Hautfarbe und Herkunft bestimmt.

In diesem Jahr haben die Rooibosbauern von Heiveld die Chance die 2.549 ha große Blomfontein-Farm zu kaufen. 150 ha kultivierbare Fläche liegen dort verteilt auf eine riesige Naturlandschaft mit hoher Artenvielfalt. Aktuell verfügen die Kleinbauern der Heiveld-Kooperative über 240 ha kultivierbare Fläche.

Durch den Rückkauf des Landes ihrer Vorfahren können die jungen Bäuer*innen der Heiveld in der Region bleiben, nachhaltigen Rooibos-Anbau betreiben und gleichzeitig ihre Kultur und traditionellen Lebensstile beibehalten.

Mit Hilfe einer Spendenkampagne soll der Geldbetrag zusammenkommen. Lemonaid & ChariTea e.V. haben mit anderen Organisationen und Unternehmen des fairen Handels ihre Unterstützung angekündigt. Seid auch ihr dabei und helft mit, das Spendenziel zu erreichen.

Für gerechte Landverteilung. Für nachhaltigen Rooibosanbau. Für Kleinbauern in Südafrika. Unterstützen Sie Heiveld.

Mehr Infos unter: www.heiveld3fountains.org

Gespendet werden kann an unser Spendenkonto mit dem folgenden Kennwort:
“Landkauf Heiveld-Kooperative Südafrika”
Bankinstitut: GLS Bank
Swift-Code / BIC: GENODEM 1 GLS
IBAN-Code: DE71 4306 0967 2027 6856 00

Ein Tag mit PEaCE ­ Sri Lanka 2016

29 Februar 2016 | News, PEaCE, Sri Lanka

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Mission Values von PEaCE

Sri Lanka, ein unendliches Grün, pulsierende Flora und Fauna, herzliche Menschen, sich Willkommen fühlen in der Fremde, das ist hier ein natürlicher Zustand.
Trotz aller Schönheit blickt die Insel auf eine bewegende Geschichte zurück: einen dauerhaft bewaffneten Bürgerkrieg, der das Land und v.a. seine Bewohner von 1983­ bis 2009 beutelte. Einen verherrenden Tsunami, der im Dezember 2004 die Ostküste mit aller Härte traf und zehntausende Menschen mit sich riss.

Wie heißt es doch gleich: wo Licht ist, ist auch Schatten.

Von Schatten und Licht handelt auch der folgende Bericht über eines der jüngsten Sozialprojekte des Lemonaid & ChariTea e.V. Seit Ende 2015 unterstützen wir die Organisation PEaCE (Protecting Environment and Children Everywhere). 1991 gegründet, setzt sich PEaCE für den Schutz von Kindern ein, einhergehend mit der Verbesserung rechtlicher Rahmenbedingungen sowie der Sensibilisierung der Öffentlichkeit hinsichtlich Prostitution, Pornografie und Kindeshandel. Sextourismus und sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen in allen sozialen Schichten ist ein Thema auf der Insel, wird aber in der Öffentlichkeit weitestgehend totgeschwiegen. Zum einen ist man froh über die wieder ansteigende Touristenzahl nach dem Tsunami, zum anderen entspricht es schlichtweg nicht der kulturellen Gepflogenheit über diese sensiblen Themen in aller Öffentlichkeit zu sprechen. Statistisch wird auf Sri Lanka alle 4­5 Stunden ein Kind missbraucht, alle 90 Minuten eine Frau vergewaltigt.

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Anfang Januar verbrachten wir Lemonaider einen Tag mit Mohammed Mahuruf (Leiter von PEaCe) und seinem Team. Mahuruf gibt uns Einblick in die Mission der Organisation, seine Werte und Ziele, das Ganze manifestiert in den Mission Values (siehe Bild), welche auf ein Banner gedruckt im Konferenzraum hängen. Er erzählt uns von Vorfällen, die uns alle erblassen lassen: Misshandlung von Kindern durch ihre Eltern aufgrund schlechter Schulnoten bis hin zur Selbsttötung, sexueller Missbrauch von Babys und Kleinkindern, sexueller Missbrauch von Kindern durch Touristen, die bspw. nach dem Tsunami deren Eltern beim Wiederaufbau des Wohnhauses halfen und sich damit die ständige Verfügung über das Kind erwirken. Wir wollen uns die Ohren zuhalten. Wir hören noch viel mehr.

Zum Glück hört und sieht PEaCE nicht weg. Seit 25 Jahren schauen sie hin. Die Organisation fungiert seit Anbeginn als Anlaufstelle für Opfer, bietet psychologische Betreuung, Rechtsberatung und finanzielle Unterstützung vom Anwalt­ bis hin zu Fahrtkosten. PEaCE bleibt an den Fällen dran. Im Schnitt dauert es sieben Jahre bis es zu einem Prozess bzw. einer Verurteilung kommt. Jeder einzelne Fall, ­ sofern dieser an die Öffentlichkeit kommt,­ wird von PEaCE penibel dokumentiert. Die Liste ist lang. Leider. Zudem agiert die Organisation in der politischen Lobbyarbeit mit dem Ziel Gesetze zum Kindesschutz auf den Weg zu bringen. Damit nicht genug. PEaCE schult außerdem Mitarbeiter öffentlicher Institutionen, so zum Beispiel die Polizei. An der Stelle muss man sich vor Augen führen, dass der Frieden im Land noch relativ jung ist und ein Großteil der heutigen Polizeibeamten Soldaten waren, die den Umgang mit so einer sensiblen und persönlichen Thematik oft erst erlernen müssen.

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Foto: Johannes Münch

 

Peace

Foto: Johannes Münch

Peace

Foto: Johannes Münch

Während unseres Besuchs begleiten wir Mahuruf am Morgen zu einem Workshop, der 35 Mitglieder des Youth Councils die UN­ Kinderrechtskonventionen Nahe bringt und sie durch Gruppenarbeiten bewusst dazu anhält sich mit dem kompletten Spektrum von Missbrauchsarten an Kindern auseinanderzusetzen. Sie reflektieren und stellen Situationen nach, üben angemessenes Eingreifen.

Im Verlauf des Nachmittags nimmt uns Mahruruf mit in ein Armenviertel der Hauptstadt Colombo. Seit vielen Jahren sorgt PEaCE dafür, dass dort um die 25 Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren zwei mal im Monat zusätzlichen Englischunterricht erhalten. Den Eltern mangelt es an Geld, um eine zusätzlichen Förderung zu stemmen ­ die Kinder und Jugendlichen sollen aber die gleichen Chancen erhalten wie andere Kinder auch. Wir stellen uns bei den Kids vor und erzählen was wir so machen, prompt finden wir uns in ihren Reihen wieder und werden dazu aufgefordert unsere Namen aufzuschreiben, bekommen bunte Schulhefte gezeigt mit tollen Gedichten und Bildern, basteln Papierkraniche und ­schiffe. Der Tag endet für die Kids gegen 16 Uhr. Jedes Kind bekommt noch eine ordentliche Mahlzeit mit auf den Weg gegeben. Aufgrund der Armut kann es vorkommen, dass zu Hause nicht ausreichend Essen & Trinken zur Verfügung steht. Auch darum kümmert sich PEaCe. Wir unterhalten uns im Anschluss des Unterrichts noch mit der Lehrerin Manel de Silva über die Situation vor Ort und wie froh sie darüber ist auf diese Art und Weise ein Auge auf die Kinder haben zu können.

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Foto: Johannes Münch

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Foto: Johannes Münch

Foto Johannes Münch

Foto: Johannes Münch

Auch für uns neigt sich der Tag dem Ende entgegen. Wir verabschieden uns von Mahuruf und seinem Team und sind wahnsinnig dankbar für ihr Engagement und ihre Errungenschaften zum Wohl und Schutz der Kinder Sri Lankas. Auch wenn uns allen ein Kloß im Hals steckt, uns die gehörten Geschichten noch lange im Kopf umher kreisen werden, freuen wir uns durch unsere Tun einen Beitrag leisten zu können, um diese wichtige aufrecht zu erhalten.

Der Bericht wurde verfasst von Sarah, einer Lemonaid Beverages Mitarbeiterin aus Leipzig.

Foto: Johannes Münch

Foto: Johannes Münch

Projektbesuch in Sri Lanka bei dem DTI

29 Februar 2016 | DTI, News, Sri Lanka

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Mit diesem himmelblauen VW-Bus und einer Autopanne begann die Geschichte des Diyanilla Technical Institute – gegründet von Walter Keller, der auf seinem Road Trip in den Bergen Sri Lankas liegen blieb, und Rangit Gunasekera, dem Pannenhelfer. Inmitten der Teeplantagen auf über 2000 Höhenmeter besuchten wir das von Nebelschwaden umhüllte Bildungsinstitut DTI.

Bei einem gemeinsamen Frühstück erzählte uns Rangit bewegend von der Entstehungsgeschichte, den blühenden Anfangsjahren und der rückläufigen Entwicklung in den letzten Jahren. Aus gesundheitlichen und altersbedingten Gründen wird nun dringend ein Nachfolger gesucht, der mit realistischen Ideen und Leidenschaft dem DTI wieder seine Seele zurück gibt.

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Das Bildungsinstitut bietet neben Kursen im Schreinerei- und Maurerhandwerk, auch Computer- und Nähkurse an, bei denen Tamilen und Singhalesen aus der Gegend gemeinsam unterrichtet werden. Zum Abschluss eines Kurses bekommen die Absolventen ein Zertifikat, mit dem sie den Grundstein einer beruflichen Zukunft fernab der Monokultur des Teeanbaus legen können. Sehr stolz präsentieren uns die jungen Frauen ihre genähte Kleidung und berichten von dem Wunsch eines eigenen Ladens.

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Es ist sehr bewegend hier zu stehen, abgeschieden vom städtischen Leben in wunderschöner Natur, mit dem Wissen, wieviel dieses Institut für die Region bedeutet und zu sehen, wieviel hier noch machbar wäre, um das DTI wieder aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken.

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Der Bericht wurde verfasst von Lisa, einer Lemonaid Beverages Mitarbeiterin aus Berlin.

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Visit to South Africa

31 Januar 2016 | News, Südafrika, Wassertanks

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South Africa’s Northern Cape is the origin Rooibos tea. 14 small-farming families founded the Heiveld cooperative in 2001 with the goal of selling their own, hand-grown organic Rooibos directly to tea lovers in Europe, independent from the power and pricing pressure of corporate tea buyers.

One of the main challenges for the people of the Suid Bokkeveld area is a lack of electricity and water, since the villages are located too remotely to be connected to the national grid or water supply. Our first project therefore focussed on bringing steadily available electricity to the community. As sunlight is abundant, we equipped 20 households with solar systems in the past.

This year, we picked up on an idea from the villagers that tackles their second biggest problem: Water supply in the dry months. Without rainfall and temperatures as high as 45°C, the farmers are sometimes left without any water for several weeks during summer. As a last resort, they had to order water lorries into their remote village; an expensive and not very sustainable endeavour.

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Over the past months, we therefore financed four water tanks to collect and store a total of 20,000 litres of rain water through „Lemonaid & ChariTea e.V.“, in partnership with the local NGO Indigo. To evaluate the progress of the project, Julian from the Lemonaid Beverages Company, visited the project in November when the tanks were being installed. The new tanks were eagerly welcomed by the local farmers: „We are so happy to have the tanks now, especially since this year is said to be a very dry one“, said Marie Saster, one of the local members of the cooperative. „With the tanks, we can collect rain water for our households, the animals, cooking and washing. Running out of water has always been our biggest problem here“.

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Protecting Environment and Children Everywhere

30 November 2015 | News, PEaCE, Sri Lanka

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ECPAT International gründete sich in Jahr 1990 in Bangkok, Thailand. Das Netzwerk fördert vor allem die globale Vernetzung und Zusammenarbeit gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern, veröffentlicht Studien zu Kinderprostitution, Kinderpornografie und Kindeshandel. Die registrierte NGO Protecting Environment and Children Everywhere (PEaCE), oder ECPAT Sri Lanka, war Mitgründer des Internationalen Netzwerkes, welches inzwischen mit mehr als 80 Organisationen in 77 Ländern der Welt vertreten ist.

Politischer & Gesellschaftlicher Kontext

Zur Gründungszeit in den 90er Jahren war sexuelle Ausbeutung noch ein Tabuthema in Sri Lanka. Nur langsam konnte PEaCE mit Seminaren und Workshops ein Bewusstsein in der Gesellschaft und in der Tourismusbranche schaffen. Es wurden einzelne Aktivisten als Informanten involviert, die Fälle meldeten, und so PEaCE die Polizei, und Justiz zum Handeln bewegen konnte. Darüber hinaus wurden  sukzessive rechtliche Grundlagen verändert, so dass Anklagen überhaupt und schneller vonstatten gehen konnten.

In den letzten Jahren gab es vermehrt Fälle, in denen die Kinder der Teeplantagen-Arbeiter für das schnelle Geld in die Stadt gelockt wurden. So wurde auch der Lemonaid & ChariTea e.V. auf die Thematik aufmerksam. Walter Keller, der maßgeblich das Diyanilla Technical Institute aufgebaut hat, unterstützt auch PEaCE als ehrenamtlicher Vorstand. Der aktuelle Direktor der Organisation Mohammed Mahuruf kämpft seit der Gründung von PEaCE im Jahr 1991 für die Rechte der Kinder.

Jede regionale ECPAT Organisation muss nach eigenen Finanzierungsmöglichkeiten suchen. In den letzten Jahren erhielt PEaCE finanzielle Unterstützung vor allem aus Quellen, die seit dem Tsunami im Dezember 2004 zum Wiederaufbau nach Sri Lanka geflossen sind. Anfang 2015 stand die zivilgesellschaftliche Organisation kurz vor dem Aus. Aus diesem Grund hat sich der Lemonaid & ChariTea e.V. zum Ziel gesetzt, PEaCE bis Mitte 2016 zu finanzieren. Darüber hinaus ist der Lemonaid & ChariTea e.V. auf der Suche nach weiteren Partnern für die zukünftige Arbeit der Organisation.

Ziele

PEaCE fördert den Austausch von lokalen Organisationen und Aktivisten der Zivilgesellschaft untereinander und mit der Regierung. Die Organisation zielt darauf ab, das Netzwerk zum Schutz vor kommerzieller sexueller Ausbeutung von Kindern (Commercial Sexual Exploitation of Children CSEC) zu stärken. CSEC besteht aus kriminellen Praktiken, welche die physische und psychosoziale Integrität von Kindern erniedrigen, beeinträchtigen und gefährden. Es gibt drei primäre und miteinander verbundene Formen von sexueller Ausbeutung von Kindern: Prostitution, Pornographie und Kindeshandel zu sexuellen Zwecken. Weitere Formen beinhalten Kindersextourismus, Kinderehen und Zwangsheirat.  Das Hauptziel der Organisation ist die Verringerung kommerzieller Ausbeutung und eine Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen der Kinder in Sri Lanka. Zudem führt PEaCE Sensibilisierungsprojekte mit Tourismusfachleuten, der Polizei  und Bildungsvertretern durch und organisiert Kampagnen, um Kindesschutz als gesamtgesellschaftliche Verantwortung ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

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(C) Walter Keller

Die Kinder vom Großmarkt

30 November 2015 | Abasto-Kinderhort, News, Paraguay

IMG_5488César ist ein dreizehnjähriger Junge, der in dem kleinen Ort Ypané wohnt, ca. 35 km von der Hauptstadt von Paraguay Asunción entfernt.

Seine Eltern leben mit einer Vielzahl von Geschwistern in einer einfachen Hütte, in einer schwer zugänglichen Gegend im Landesinnern.

César bewohnt zusammen mit einer Tante ein winziges Zimmer.

Der Tag beginnt für ihn um 3 Uhr morgens. Dann fährt er, zusammen mit einem Nachbarn, in einem alten klapprigen Bus bis in die Außenbezirke von Asunción zum Großmarkt „Mercado del Abasto“.

Der Nachbar besitzt hier einen kleinen Lebensmittel-Kiosk.

Der Junge ist Reinigungskraft, Verkäufer und Kassierer in einer Person.

Bis etwa 8 Uhr dauert sein Job. Wenn der Kinderhort öffnet, steht er schon vor der Tür. Er wartet auf freundliche Zuwendung, auf eine Kleinigkeit zu essen (bei großer Hitze auf eine Dusche) und nicht zuletzt auf Hilfe und Unterstützung bei den Hausaufgaben. César ist in der siebten Klasse und kein schlechter Schüler.

Gegen 11 Uhr macht er sich auf den Weg vom Hort zur Bushaltestelle. In Ypané befindet sich seine Schule. Für die oberen Klassen findet der Unterricht am Nachmittag statt. 

Todmüde kommt der Junge am frühen Abend nach Hause. Keine Mutter, kein Abendessen wartet auf ihn. Sein T-Shirt wäscht er selbst. Mehrere Bewohner der einfachen Unterkunft teilen sich ein Bad.

Sauber geduscht wird César um 3 Uhr morgens wieder in den Bus nach Asunción steigen. Wenn man ihn fragt, was sein größter Wunsch ist, antwortet er: „Ich würde gern weiter in die Schule gehen und lernen“. 

Die Pro Paraguay Initiative engagiert sich seit mehr als 20 Jahren in Paraguay. Dieses Jahr waren die Gründer von PPI fast zwei Monate vor Ort und haben u.a. diese Geschichte mitgebracht.

Notfall Wasserversorgungssystem für Suid Bokkeveld

30 November 2015 | News, Südafrika, Wassertanks

Historie & Geographie

In der Gegend der Cedarberge, ca. 400km südlich von Kapstadt wächst der rote Rooibos-Tee. Das
südafrikanische Nationalgetränk wächst nur in dieser Region und wird dort traditionell angebaut. Während den Jahren des Apartheidregimes war es ausschließlich weißen Großfarmen erlaubt Rooibos Tee anzubauen und zu vermarkten. Erst im Jahr 2001 gründete sich die Heiveld-Kooperative aus 14 Kleinbauern in Suid-Bokkeveld welche bis heute der einzige Zusammenschluss der als „Coloureds“ diskriminierten Bevölkerungsgruppe ist.

Politischer & Gesellschaftlicher Kontext 

Durch die steigende Nachfrage an Rooibos-Tee beziehen immer mehr Händler ihre Ware von privaten Großplantagen, welche mehr als 98% der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche ausmachen und immer noch in Besitz weißer Großgrundbesitzer sind. Auf Dauer, so die Befürchtung der Kleinbauern, werden sie sich nur schwerlich gegen die Großfarmer durchsetzen können.

In den Jahren 2011 und 2012 hat der Verein Lemonaid & ChariTea mit der NGO „Indigo Development & Change“ der Gemeinschaft der Kleinbauern eine autarke Stromversorgung durch Solarsysteme entwickelt.

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Das Foto zeigt eine der Bewohnerinnen in Suid Bokkeveld

Wasser ist eine wichtige Ressource für die Landwirtschaft, wie auch für die grundlegenden Bedürfnisse der Menschen in Suid-Bokkeveld. Aktuell hat jede Farm ein Bohrloch oder einen Brunnen oder beides als Zugang zu sauberem Wasser. Durch die Zunahme der Landwirtschaft und der Bevölkerung, ist der Wasserverbrauch gestiegen. Nach den heftigen Dürren in 2003 und 2006 haben die Farmer einen Wasser-Überwachungsprozess gestartet. Es wurde die Wasserqualität- und Menge überprüft. Für die Wasserentnahme werden jeweils Windmühlen oder Solarpumpen eingesetzt, die immer wieder funktionsuntüchtig sind. In Zusammenarbeit mit den Bewohnern und der Heiveld-Kooperative wurde zu Beginn von 2015 für die wichtigsten Stellen ein Notfall-Wasserversorgungssystem erarbeitet.

Ziele

In Zusammenarbeit mit Indigo Development & Change, will der Lemonaid & ChariTea e.V. ein Notfall-Wasserversorgungssystem aufbauen. Für den ersten Schritt werden zwei Regenwasserauffangbecken in Kortkloof und Melkraal installiert. Die Infrastruktur wird den umliegenden Bewohnern zur Verfügung gestellt und von ihnen instand gehalten.

Status

In 2015 wird mit den Arbeiten begonnen, so dass die Becken Anfang 2016 benutzt werden können. Bei positiver Rückmeldung der Bewohner, werden zwei weitere Becken an zwei weiteren Standorten ins Auge gefasst.

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Zwei dieser Wassertanks werden vor Ort installiert

Über uns

Der Lemonaid & Charitea e.V. ist ein gemeinnütziger Verein aus Hamburg-St. Pauli.

Er wird gesponsort durch die LemonAid Beverages GmbH.

Darüber hinaus ist der Verein offen für Spenden von Dritten.